Mario Merz
Isola della frutta aspetta settembre, 1976/1984

Mario Merz hat in den Hallen für Neue Kunst einen gläsernen Iglu mit einem weitläufigen Tisch verbunden und das grosse Werk verheissungsvoll „Die Früchte-Insel erwartet den September“ genannt. Welchen September er meinte, hat Merz uns nicht gesagt. Er selbst hat den Herbst 1987 gewählt, um das Warten der Insel auf die Zeit der Reife und Ernte erstmals zu belohnen. Im September dieses Jahres wird sein Werk nun erneut mit Leben erfüllt. Für die kurze Dauer von drei Wochen zeigen sich die Stein- und Glasplatten des geschwungenen Tischs üppig mit Früchten aller Art bedeckt. In der Vielfalt ihrer Farben und Erscheinungsformen und der fortschreitenden Evidenz ihrer Vergänglichkeit bieten sie ein reales Bild vom Ablauf der Zeit, vom organischen Prozess des Erstehens und Vergehens, dem alles Leben unterworfen ist. Nach dieser sinnlichen Demonstration tritt die Insel wieder in einen anderen zeitlichen Zustand ein – in die lange Phase des kristallinen Überdauerns. Auf die zyklischen Prozesse der Natur weist dann allein der poetische Titel hin.