Sol LeWitt (1928 – 2007) hat mit seinem Werk wie mit seinen theoretischen Schriften in den 1960er Jahren die Kunstentwicklung geprägt wie kaum ein anderer Künstler. Er hat das Kunstwerk von der belastenden Erwartung seiner „Erhabenheit“ befreit, durch das Prinzip der Wiederholbarkeit – zum Beispiel seiner „Wall Drawings“ – die Bedeutung des Originals in Frage gestellt und die Tür zu einer nie zuvor gekannten formalen Freiheit der Kunst geöffnet. Mit jedermann zugänglichen Materialien hat LeWitt auf der Fläche wie im Raum Werke geschaffen, die auf der ganzen Welt verstanden werden. Ausgehend von einem einfachen geometrischen Grundvokabular entwickelte er in logischen Kombinationsreihen eine überraschende Vielfalt visueller Eindrücke. Die Merkmale seiner Kunst sind die Klarheit des Konzepts und die Präzision der Ausführung.

Die Raussmüller Collection besitzt von LeWitt exemplarische Werke: räumliche Strukturen und „Wall Drawings“, darunter die 14-teilige, wandfüllende Bleistiftzeichnung WD #61 von 1970, die „Isometric Figures“ WD #354 a-e von 1981 und den energetischen rot-gelb-blauen Farbraum WD #308 von 1978.