Robert Mangold (*1937) zählt zu den grossen Erneuerern der Kategorie Gemälde. Seit den 1960er Jahren hat er unverwechselbare Werke von grossflächiger Wirkung, irritierender Form und ungewöhnlichen Farben geschaffen. Er hat den Grundkonstanten der Malerei – Farbe und Linie, Umriss und Binnenform – eine gleichwertige Bedeutung gegeben und sie in eine spannungsreiche Beziehung zueinander, zum Installationsort und zu den Betrachtern gesetzt. Spektakulär ist der freie Umgang mit der Form, die Mangold weitgehend vom rechten Winkel gelöst und in eine dynamische Interaktion mit Farbe und Linie sowie mit der Wand versetzt hat. (In seinen „Frame Paintings“ beispielsweise nimmt die Wand das Bildzentrum ein; siehe „Three Works by Robert Mangold“.) Unbeengt installiert, entfalten seine Gemälde eine Energie, die weit über ihre faktischen Grenzen hinaus ein Wechselspiel mit der Architektur auslöst. Die Betrachter spüren die Energie und fühlen sich in das räumliche Geschehen einbezogen.

Urs Raussmüller hat sich schon früh für Mangolds Gemälde interessiert und aus verschiedenen Perioden repräsentative Werke oft grossen Formats erworben, darunter das legendäre „Painting for Three Walls“. Er hat Mangolds Werke in internationalen Ausstellungen gezeigt und 2011 in den Hallen für Neue Kunst die exemplarische Einrichtung mit dem Titel „Extending Perception“ realisiert (bis 2014).