Mit Robert Ryman (*1930) verbindet Raussmüller eine besonders lange und enge Zusammenarbeit, die sich seit den 1970er Jahren in vielen Ausstellungen und Werk-Installationen manifestierte. 2008 erreichte sie mit der Neu-Einrichtung von Gemälden aus 50 Schaffensjahren in den Hallen für Neue Kunst unter dem Titel „Advancing the Experience“ einen in ihrer Intensität und Schönheit kaum zu überbietenden Höhepunkt (bis 2014; siehe Publikationen zu Robert Ryman).

Ryman hat die traditionellen Mittel der Malerei um das Zusammenwirken der gemalten Fläche mit dem Licht und Umfeld des Installationsorts erweitert. Seine Werke sind mehr als Gemälde, sie sind räumlich aktive „Instrumente“. Sie enden nicht an ihren Kanten, sondern verbinden sich durch die differenzierte Art ihres Übergangs zur Wand mit dem umgebenden Raum. Jedes seiner Gemälde ist eine individuell gestaltete Reflexionsfläche für das einfallende Licht, das als zusätzliches Material die Eigenart der Werke erst zur Geltung bringt. Das Licht wird von der ruhig oder bewegt, flach oder pastos in unterschiedlichen Weisstönen bemalten Farbfläche aufgenommen und wieder ausgestrahlt. Mit der Verwendung technischer Materialien als Malgrund und Wandbefestigung steigert Ryman das subtile Zusammenspiel des Ganzen zu nie zuvor gekannten Wirkungen.

Als hervorragender Kenner von Rymans Oeuvre und den Eigenschaften seiner Werke hat Raussmüller eine Gruppe von Gemälden höchster Qualität zusammengetragen (Abbildungen in Katalogen der Raussmüller Collection).