Laszlo Krasznahorkai, György Korim und die Iglus von Mario Merz

Die Iglus von Mario Merz in den Hallen für Neue Kunst, Schaffhausen, sind 1999 mit dem Roman „Krieg und Krieg“ des ungarischen Schriftstellers Laszlo Krasznahorkai in die Literatur eingegangen. Der Held des Romans, der von einer inneren Mission erfüllte Archivar György Korim, reist aus der ostungarischen Provinz über viele Umwege nach New York und von dort – inspiriert durch Fotos von Merz‘ Iglus – nach Schaffhausen, um bei Mario Merz in den Hallen für Neue Kunst den Ort zu finden, der ihm zur inneren Ruhe verhilft. Der letzte Satz des Romans steht nicht mehr im Buch, sondern auf einer Tafel des ungarischen Bildhauers Imre Bukta, die Urs Raussmüller zur Erinnerung an Korim an den Hallen für Neue Kunst anbringen liess. Nach der Schliessung der Institution in Schaffhausen 2014 ist die Tafel zusammen mit den Iglus von Mario Merz nach Basel in das Gebäude der Raussmüller Collection gezogen. Auf der Tafel steht:

Hier tötete sich mit seinem Revolver der Held des Romans „Krieg und Krieg“ von Laszlo Krasznahorkai, György Korim, der lange suchte und nicht fand, was er den Ausweg nannte.

Der Roman „Krieg und Krieg“ wurde inzwischen in zahlreiche Sprachen übersetzt. Der Autor Laszlo Krasnahorkai wurde in diesem Jahr mit dem renommierten Man Booker International Prize 2015 ausgezeichnet. Seine Bücher erscheinen in deutscher Sprache übersetzt von Hans Skirecki beim S. Fischer-Verlag.